Die Neuerungen in CADdy EDS 14.0

Mit dieser Version haben wir die Bauteil-Datenbank auf eine neue Datenbank-Software umgestellt. Zahlreiche Beschränkungen der alten Software entfallen damit, und zahlreiche Weiterentwicklungswünsche die Bauteil-Datenbank betreffend konnten nun endlich berücksichtigt werden: beliebig viele durch den Benutzer definierbare Zusatztexte, Pinnummern als beliebige Texte, beliebige Bauteile gegeneinander tauschen können - um nur einige dieser Wünsche zu nennen.

Bei der Implementation der neuen EDS-Datenbank-Schnittstelle wurde auf Standards (ODBC, SQL) geachtet. Prinzipiell können daher verschiedene Datenbanken als EDS-Bauteil-Datenbanken Verwendung finden. Um eine möglichst einfache Administration zu erreichen wurde als Standard-Datenbank eine SQLite-DB gewählt. Mit etwas administrativem Aufwand ist aber auch die Verwendung von MS SQLServer möglich. Mit externen Tools können SQL-Abfragen auf diese Datenbanken ausgeführt werden. Das ermöglicht es z.Bsp. die Pflege der Zusatztexte (Bestellnummern, Lagerbestand o.ä.) von außen vorzunehmen.

Eine neue Datenbank

Vorab: bestehende Bauteil-Datenbanken können selbstverständlich verlustfrei in das neue DB-Format konvertiert werden (Datenbank - Übernehmen) ! Und die alten Bauteildatenbanken werden während der Laufzeit der Version 14.0 auch noch unterstützt. Einige der im Folgenden beschriebenen Neuerungen sind allerdings nur mit Datenbanken des neuen Formats möglich.

Da nun Datenbanken unterschiedlichen Formats (alt und neu) in Gebrauch sein können, haben die Datenbanknamen in den Pulldown-Listen zur DB-Auswahl eine Kennzeichnung vorangestellt bekommen. DBVista steht für das alte Datenbankformat, SQLite und MS SQL-Server stehen für das neue Datenbankformat. Da per Datenbank - Übernehmen auch die Objekte aus SQLite-Datenbanken in MS SQL-Server-Datenbanken übernommen werden können (und umgekehrt), kann die Entscheidung für ein bestimmtes Datenbankformat auch jederzeit wieder geändert werden.

Die grundlegende Struktur der Bauteile ist im Prinzip die gleiche geblieben. Allerdings wurde das Handling von Tauschgattern und -gehäusen vereinfacht. Tauschgatter sind nun einem Gatter zugeordnet (und Tauschgehäuse einem Gehäuse) und nicht mehr, wie früher einem Bauteil. Konsequenterweise werden Tauschgatter beim Datenbank - Gatter speichern festgelegt, und Tauschgehäuse beim Datenbank - Gehäuse speichern.

Geändert wurde auch die Handhabung der Familie. Diese stellt nun eine beliebige Gruppierung von Bauteilen in einer Datenbank dar. Zusammengehörende Bauteile lassen sich über die Familie leichter durchsuchen. Was "zusammengehörend" bedeutet, das legt der Anwender fest. Die alte Beschränkung, dass nur Bauteile einer Familie gegeneinander getauscht werden können, ist weggefallen. Per Bauteile - Bauteil tauschen könne nun beliebige Bauteile gegeneinander getauscht werden. Insbesondere spielt auch die Pinanzahl keine Rolle mehr.

Pinnummern können nun aus einem beliebigen Text bestehen (z.B. "A1"). Die im Bauteil-Editor festzulegende Zuordnung von Anschlusspunkten zu Pads wird über sogenannte Pinidentifizierer vorgenommen, die ansonsten keine Rolle mehr spielen. Pinnummern und Pinbezeichner können mittels Bauteile - Pin-Information inspiziert und auch nachträglich geändert werden.

Wird ein Objekt (Symbol, Gatter, Gehäuse, Bauteil oder Baugruppe) in die Datenbank abgespeichert, so erhält es einen Zeitstempel. Und der Datenbank - Browser ermöglicht eine Suche über Zeitbereiche. Somit sind Suchen der Art "geändert vor..." oder "geändert von ... bis ..." oder "geändert nach ..." möglich. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine erweiterte Datenbank-Historie mitzuschreiben. Diese Möglichkeit muss beim Erzeugen einer Datenbank festgelegt werden. Ist eine Datenbank mit Historie erzeugt worden, dann wird der Name des Benutzers, der ein Objekt abspeichert, ebenfalls abgespeichert. Außerdem besteht in diesem Fall die Möglichkeit einen Kommentar einzugeben, der natürlich auch mit abgespeichert wird. Die Funktion Datenbank - Historie gestattet es die Historie (Benutzer und Kommentare) zu durchsuchen und zu inspizieren.

Das neue Datenbank-Format hat also zahlreiche, schon seit Langem auf der Weiterentwicklungsliste stehende Änderungen ermöglicht. Die aber vielleicht wichtigste Ergänzung sind:

Beliebig viele Benutzer-definierbare Zusatztexte

Jedes Bauteil und jede Baugruppe kann nun beliebig viele Zusatztexte erhalten. Zusatztexte bestehen aus einem Zusatztext-Namen und dem Inhalt, wobei der Inhalt auch leer sein kann. Zusatztexte sind einem Bauteil, bzw. einer Baugruppe zugeordnet. Verschiedene Bauteile können somit durchaus verschiedene Zusatztexte aufweisen.

Zusatztexte (Namen und Inhalt) können für ein einzelnes Bauteil (oder für eine einzelne Gruppe) mittels Bauteile - Information definiert und verwaltet werden. Für mehrere oder alle Bauteile eines Projektes gibt es die Funktion Bauteile - Zusatztexte verwalten. Mit ihrer Hilfe können u.a. Zusatztextnamen projektweit umbenannt werden, oder auch Inhalte können Projekt-weit neu gesetzt werden.

Zusatztexte können beim Speichern in die Datenbank vorbelegt werden. Die Funktion Datenbank - Zusatztexte verwalten gestattet dann das Datenbank-weite Verwalten der Zusatztexte.

Alle Zusatztexte können anhand ihres Namens sowohl für die Darstellung als auch für die Erzeugung von Ausgabedaten ausgewählt werden.

Überarbeitung der Texte mit Bedeutung

Die Einführung beliebig vieler, frei definierbarer Zusatztexte machte eine Überarbeitung der Texte mit Bedeutung nötig. Diese sind jetzt generell als vordefinierte Textplatzhalter (z.Bsp. @objname für Objektnamen oder @pinnumber für Pinnummern) implementiert. Mit der Funktion Texte - Editieren können Texte mit Bedeutung auch ergänzt oder neu zusammengesetzt werden: aus dem Text "@objname ist vom Typ @typname" wird dann z.Bsp. "IC1 ist vom Typ 7400". Ihre Bedeutung erhalten diese Texte dadurch, dass sie zu einem Objekt (Bauteil, Gruppe, Pin) gehören.

Die Zusatztexte werden ebenfalls über diesen Mechanismus angesprochen, wobei der Name des Zusatztextes der Name des Platzhalters ist. Ist z.Bsp. für einen Widerstand ein Zusatztext mit Namen wert und Inhalt 4k7 definiert worden, dann wird der Textplatzhalter @wert in einem an diesen Widerstand angefügten Text mit dem zugehörigen Inhalt 4k7 gefüllt.

Ein neues Varianten-Handling

Ein Varianten-Handling konnte bislang mit etwas "Folien-Technik" realisiert werden. In Fällen, in denen verschiedene Bauteile zu jeweils mehreren, aber verschiedenen Varianten gehörten, wurde die Anzahl der dafür nötigen Folien schnell unübersichtlich. Mit einem neuen Varianten-Handling wird die Definition wie auch der Gebrauch von Varianten deutlich einfacher.

Bauteile können nun zu beliebig vielen Varianten gehören, und diese Zugehörigkeiten werden als Bauteil-Eigenschaft verwaltet. Für einzelne Bauteile bietet Bauteile - Information die einfachste Möglichkeit Variantenzugehörigkeiten zu definieren, zu überprüfen und gegebenenfalls auch zu ändern. Bauteile - Varianten verwalten stellt diese Funktionen für mehrere (auch alle) Bauteile zur Verfügung.

In den Einstellungen - Darstellung können dann Varianten für die Darstellung ausgewählt werden, und in der Objekt/Folienauswahl der Ausgabe-Einstellungen können Varianten für den zugehörigen Ausgabedatensatz festgelegt werden.

Das Methodik-Kapitel über Bestückungs-Varianten wurde für das neue Varianten-Handling überarbeitet.

Informations-Funktionalitäten

Die Informations-Funktionalitäten berücksichtigen nun alle die Selektionsliste, und sie zeigen auch Informationen untergeordneter Objekte an. Ist z.Bsp. eine Baugruppe selektiert, dann liefert Bauteile-Information Informationen über alle enthaltenen Bauteile. Leiterbahnen-Information liefert in diesem Fall Informationen über alle Kupferobjekte in der Baugruppe, also neben Leiterbahnen auch die Pads der enthaltenen Bauteile. Und Geometrien-Information listet verwendete Bauteilsymbole, alle Bauteil-Texte sowie weitere eventuell vorhandenen Geometrien auf.

Übersicht

Diese Auflistung enthält alle Neuerungen der Version 14.0.

EDVin 14.0 hat die notwendig Anpassungen erhalten.

Datenbank

Da einerseits die Anforderungen an die Performance einer Bauteildatenbank relativ gering sind (wie oft wird ein Bauteil aufgerufen und wie oft wird eines geschrieben), und da andererseits einfache Installation und einfache Administration von hohem Wert sind, fiel unsere Wahl für die ausgelieferte Standard-DB auf SQLite. Die Vorteile dieser Datenbank:

Die Multiuser-Fähigkeit wurde durch einen selbstentwickelten Locking-Mechanismus sichergestellt.

siehe auch: Datenbank - Methodik - Datenbank-Formate

Schlussbemerkung

Die Einführung einer neuen Datenbank ermöglichte zahlreiche Ergänzungen in vielen Bereichen. Wir wünschen eine interessante Zeit beim "Auskundschaften" der Neuerungen !